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Weihwasser nützt nichts gegen Kurz und seine Reformen « DiePresse.com

Der Konflikt zwischen gemein- und marktwirtschaftlichen Lösungen wird seit dem 19. Jahrhundert auch in der katholischen Kirche ausgetragen. Sebastian Kurz wird heute von den Has-beens in der ÖVP über die Liberallalas in den Medien bis zu den Ultras im linken Echokammerl Verrat an der christlichen Soziallehre vorgeworfen, um ihn in den Augen von konservativen Wählern zu diskreditieren.

Dabei wird immer wieder Solidarität mit Nächstenliebe gleichgesetzt. Aber während Nächstenliebe individuell und uneigennützig ist, unterliegt die Solidarität dem sozialen Prinzip „Do ut des“ (ich gebe, damit du gibst). Jede Versicherung ist ihrem Wesen nach solidarisch.

Der weit größere Beitrag, den die Starken, Gesunden und Erfolgreichen leisten, kommt den Schwachen, Kranken und Bedürftigen zugute. In einem gerechten System könnten jedoch nur die Anspruch auf Leistungen erheben, die sich nicht selber helfen können, und nicht die, deren Lobby stark genug ist, um vom Staat Leistungen zu erpressen (Kern-Slogan: „Holen sie sich, was ihnen zusteht“). In einem von politischer Gängelung befreiten und dem Wettbewerb ausgesetzten System der Gesundheits- und Sozialversicherungen würde Kostenwahrheit herrschen. Das wäre sehr hilfreich, denn in unserer Welt der knappen Güter ist nur die göttliche Gnade unbegrenzt.
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Ein neues Kapitel in der amerikanischen Nahost-Politik « DiePresse.com

Donald Trump zieht die US-Soldaten aus Syrien ab. Verzichtet Washington auf militärische Interventionen im Nahen Osten? Dafür wäre es jetzt höchste Zeit.

Trump ist es in erstaunlich kurzer Zeit gelungen, den Islamischen Staat fast völlig zu zerschlagen. Der IS kontrolliert nur noch einige Dörfer an der Grenze zum Irak, das reicht nicht als sichere Basis für weltweit operierende Terroristen. Die Gefahr, die vom IS für Amerika ausging, scheint gebannt zu sein. Von der Illusion, Washington könnte doch noch einen Regimewechsel in Syrien erreichen und eine dauerhafte Friedensordnung implementieren, hat sich Trump zum Glück gelöst. Es ist nicht die Aufgabe der USA und es liegt auch nicht in ihrer Macht, verfeindete muslimische Parteien mit Waffengewalt daran zu hindern, sich gegenseitig umzubringen.

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Was darf die Reportage? Und was darf sie nicht?

Ist jede erzählende Reportage tatsächlich ein „imaginierter Text“? Und welche Regeln hat sie zu beachten? 

Angelika Overath hat heute in der F.A.Z. die „Spiegel“-Affäre kommentiert (https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/woran-man-erkennt-dass-relotius-texte-keine-reportagen-sind-15961325.html?premium). Was sie bei Relotius stört, ist der „Märchenton“, nicht das Märchen, der Kitsch, nicht die Fiktion. Overath verehrt Marie-Luise Scherer, ich auch, aber nicht als Journalistin, sondern als Schriftstellerin. Der Unterschied ist wichtig, da es nun einmal um geistige Hygiene geht. Sätze wie die, die Overath zitiert, hätten einem Flaubert einfallen können, auch einem Andric, einer Yourcenar oder einem Ranke-Graves, aber in einem journalistischen Text haben sie nichts verloren: „Mademoiselle Iona Seigaresco hatte es eilig, eine alte Frau zu werden. Sie trug einen kleinen, braunen Filzhut, den sie sich, ohne das Echo ihres Garderobenspiegels zu beachten, einfach überstülpte. Nur fest und tief musste er sitzen und das Gesicht wegnehmen. Die Handtasche hing ihr an einem knappen Riemen vor der Brust. Sie ging stark gebeugt, was ihr jedoch nicht ersparte, die Obszönitäten am Boulevard de Clichy zu sehen, an dem sie wohnte.“ Historische Romane gehen ähnlich vor. Gesicherte Fakten sind das Skelett, an dem sich die emphatische Erzählung inspiriert. Das spricht keineswegs gegen den historischen Roman, man darf ihn nur nicht mit Geschichte verwechseln.
Bei aller Wertschätzung für Scherer: Gerade weil ihre Texte den Leser so in den Bann schlagen, tragen sie Mitschuld an der Feuilletonisierung des Journalismus. Ganze Generationen von Journalistenpreisträgern haben sich an ihnen orientiert und hemmungslos „imaginiert“. Basta! Für Reportage gibt es eine einfach Regel, die Berthold Kohler den FAZ-Redakteuren gegenüber einmal so formulierte: „Hingehen, hinschauen, zuhören, schreiben.“ Das ist es.

Fake News jetzt also auch im „Spiegel“! Wer hätte das gedacht… « DiePresse.com

Die betrügerischen Reportagen des preisgekrönten Journalisten wären längst entdeckt worden, hätte man auch das linke Leitmedium auf Fake News überprüft.
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Ist Europa noch christlich oder schon global humanitär? « DiePresse.com

Eine neue wissenschaftliche Religion setzt sich durch. Sie kommt aus ohne Gott, ohne Nation und Familie – und sie erhebt Anspruch auf universelle Gültigkeit.

Die heute im Westen nahezu unumstritten herrschende öffentliche Meinung sieht in Religion, Familie und Nation, in kommunaler und lokaler Selbstbestimmung, in Klassenstolz und Klassensolidarität gleichermaßen lästige Hindernisse auf dem Weg in eine neue, „wissenschaftlich“ geplante globale Ordnung ohne Grenzen, die der Weltbevölkerung ihre Ziele oktroyiert – von den Umsiedlungen im kontinentalen Maßstab bis hin zur Rettung des Planeten vor einer angeblich drohenden Klimakatastrophe.

Der französische Philosoph Pierre Manent sagt: „Jede Epoche hat ihre säkulare Religion, eine perverse Imitation des Christentums.“ Heute sei dies die „Religion der Humanität“ als Teil eines großen Projekts, mithilfe internationaler Regeln und Institutionen so zu regieren, dass die Nationen ihre Souveränität verlieren und ihre Territorien zu bloßen Regionen einer homogenisierten Welt verkommen.

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