Der Terror gegen die Christen und die „Tyrannei der Schuld“

Europa ist eine spirituelle Wüste. Stört es hier keinen mehr, dass weltweit Hunderte Millionen Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden?

Wahrscheinlich wird sich die internationale Öffentlichkeit ausnahmsweise mit der Lage der Christen im Irak beschäftigen, wenn Papst Franziskus im März das Land besucht.

Die Medien berichten zwar jedes Mal zu Recht, wenn ein schwarzer Amerikaner durch Polizeigewalt ums Leben kommt, aber in der Regel ignorieren sie das Leid von Millionen Christen.

In Wien, das so stolz darauf ist, eine Stadt der Menschenrechte zu sein, lehnte der Gemeinderat mit den Stimmen der SPÖ, der Neos und der Grünen einen Antrag der ÖVP ab, „jede Form der Verfolgung religiöser Minderheiten, besonders der weltweit meistverfolgten Religionsgemeinschaft, der Christen“ zu verurteilen. Ebenfalls abgelehnt wurde die Teilnahme der Stadt Wien am „Red Wednesday“, einer Aktion von Kirche in Not, bei der in vielen Ländern Hunderte Kirchen, Monumente und öffentliche Gebäude blutrot angestrahlt werden, um auf die Christenverfolgungen aufmerksam zu machen. So etwas geht im roten Wien mit seinen pink-grünen Einsprengseln gar nicht. Eine Gemeinderätin der Grünen entblödete sich in der Debatte nicht einmal, von einem „Beginn der Diskriminierung“ zu sprechen, weil sich die Anträge „auf eine bestimmte Gruppe“ bezögen.

1683 wurde Wien durch ein multinationales christliches Heer von der Belagerung durch die Türken befreit. Heute daran zu erinnern, gar am 12. September auf den Kahlenberg zu pilgern, gilt als „rechtsextrem“. Was hören Schüler heute noch über die Schlacht von Lepanto? Es gibt einen Zusammenhang zwischen den Tabus in der Erinnerungspolitik und dem Verschweigen der Christenverfolgungen.

Man sieht und versteht nicht viel, wenn man das Christentum nur von außen betrachtet. Man muss erst in eine Kathedrale eintreten, um die bunte Glasmalerei der Fenster sehen zu können, und man muss sich erst auf die Lehre und die Geschichte des Christentums einlassen, um es verstehen zu können. Atheismus war da übrigens nie ein echtes Hindernis.

Gefährlich für die Kirche wie für die Identität und die Selbstbehauptung der europäischen Völker sind die „Apatheisten“, denen eh alles wurst ist. Im Bund mit dem Relativismus – den Benedikt XVI. einmal „die wahre Religion des modernen Menschen“ nannte – hat dieser „Apatheismus“ Europa in eine spirituelle Wüste verwandelt.

Ein zweiter Grund dafür, dass die Christenverfolgungen „übersehen“ und die Verbrechen des Islam relativiert werden, liegt in der Schuldumkehr. Sogar der islamistische Terror wird als Reaktion auf vermeintliche europäische Verbrechen missverstanden. „Die einzige Identität, die den Weißen noch erlaubt ist, ist die Identität der Reue“, sagte Pascal Bruckner einmal in einem Interview. Diese „Tyrannei der Schuld“ führt dazu, dass Europa intellektuell und moralisch abrüstet.

Was dann bleibt, ist Appeasement, die schleichende Kapitulation, wie einst vor Hitler und dem Nationalsozialismus.

https://www.diepresse.com/5938303/der-terror-gegen-die-christen-und-die-tyrannei-der-schuld

3 Gedanken zu „Der Terror gegen die Christen und die „Tyrannei der Schuld“

  1. Wolfgang

    Und warum liest man so etwas nicht öfter? Es sind die Medien die dieses Problem unter den Teppich kehren und anderes (wie den Tod von G. Floyd) übergroß aufblasen.

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  2. Bernd Hafner

    Die Feindesliebe ist ein ganz wichtiges Gebot der Kirche und geht auf ihren gekreuzigten Schöpfer zurück ,der ein exzellentes Beispiel geliefert hat, welche Folgen sie hat.
    Erzbischof Franz Lackner meinte in einem Interview, der Islam sei eine Religion „,der unser Respekt gebührt und mit der wir in gutem Gespräch sind.“
    Bei dieser Einstellung darf man nicht allzu kleinlich sein, wenn jährlich zehntausende Christen ermordet , hunderte Millionen verfolgt werden und Zyniker behaupten, Religion und Dummheit seien eineiige Zwillinge.
    Auch der jetzige Papst folgt diesem Dogma und setzt sich für die Aufnahme muslimischer Flüchtlinge ein, ganz im Sinne der Bergpredigt
    Die überwiegende Mehrheit der modernen Jugend hält freilich nicht viel von dieser Einstellung und folgt lieber dem evolutionsbiologischen Auftrag, das eigene Leben maximal zu schützen und nicht für die zu beten ,die einen misshandeln.
    Dieses Beten endet spätestens dort, wo einem der Kopf abgeschnitten wird, dann tut die Physiologie nicht mehr mit.
    Da die Kirche diese Wehrhaftigkeit der jungen Menschen offensichtlich nicht schätzt ,läuft ihr die Jugend in Scharen davon und beschleunigt somit den Prozess, der die Kirche zu einem Museum macht.

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    1. Anonymous

      Kann man die Menschen, die jährlich zehntausende Christen ermorden (valide Zahlen?), mit den muslimischen Flüchtlingen gleichsetzen? Spiegeln wir da nicht den Reflex, dass alle Europäer (die gesamte westliche Welt) mit den Soldaten, Söldnern und anderen Menschen gleichgesetzt werden, die jährlich zehntausende Muslime (valide Zahlen?) ermorden und ermordet haben?
      Und wenn man 1683 erwähnt (und aus historischen Tatsachen heutige Bedrohungsszenarien kreiert), sollte man da nicht auch die Kreuzzüge, den Kolonialismus mit Millionen zu Tode geschändeter „Andersgläubigen“ erwähnen (und auch aus diesen historischen Tatsachen heutige Bedrohungsszenarien kreieren)? Leider gibt es Schuld auf allen Seiten. Das ist menschlich, und bei Menschen verschiedenster Bekenntnisse zu Hause. Ist ein Appell, das AUCH zu sehen, eine Tyrannei?

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