Wer den „totalen Islam“ will, hat in Österreich nichts verloren

Muslime können sich selbstverständlich auf die Religionsfreiheit berufen. Für Islamisten, die einen Gottesstaat erzwingen wollen, gilt das jedoch nicht.

Was ist das eigentlich, der „politische Islam“? Der Begriff wird synonym mit „Islamismus“ und „islamischer Extremismus“ verwendet. Manche Kritiker halten ihn für zu unbestimmt und zu wenig aussagekräftig. Schließlich sei alles und jedes irgendwie „politisch“, zum Beispiel auch die strikte Ablehnung der Abtreibung und der Homo-Ehe durch die katholische Kirche. Das ist in dem Sinne richtig, dass Gläubige immer ihre Werte einbringen, wenn sie sich politisch engagieren. Und selbstverständlich geht es nicht an, dieses Recht, das allen Bürgern zusteht, den Muslimen zu verweigern.

Auch das Christentum und das Judentum verstanden sich zu unterschiedlichen Zeiten als „totale Religionen“ (Jan Assmann). Ein fundamentaler Unterschied zum Islam besteht darin, dass die Heiligen Schriften der Juden und Christen das Wort Gottes enthalten, während der Koran das Wort Gottes ist. Talmud und Bibel müssen gedeutet werden; was im Koran steht, ist buchstäblich und ausnahmslos zu befolgen, und zwar genau so, wie es dort steht. Das ist der Hauptgrund dafür, dass sich eine historisch-kritische Beschäftigung mit den heiligen Schriften im Islam nicht durchsetzen konnte. Der Koran schreibt vor, was geglaubt, wie gebetet werden muss und was im praktischen Leben erlaubten und verboten ist. Er regelt die Beziehungen zwischen Mann und Frau, zwischen Gläubigen und Ungläubigen, er schreibt vor, was getrunken und gegessen werden darf und was bei der Kleidung zu beachten ist. Eine Autonomie des Staates gegenüber der Religion kennt der Islam nicht. Als gerechtfertigt gilt ihm nur der Staat, dessen Gesetze auf der Scharia beruhen.

Im 20. Jahrhundert wandte sich die Muslimbruderschaft gegen islamische Regierungen, denen sie Verwestlichung und Verrat an der Religion vorwarf. Ihr Gründer Hasan al-Bannā (1906-1949) formulierte das islamistische Programm so: „Gott ist unser Ziel. Der Prophet ist unser Führer. Der Koran ist unsere Verfassung. Der Dschihad ist unser Weg. Der Tod für Gott ist unser nobelster Wunsch.“ In der Folge der iranischen Revolution von 1979 gewann der Islamismus immer mehr Einfluss. Sein erklärtes Ziel ist die Weltherrschaft.

Ein als „totale Religion“ verstandener Islam ist mit der  Lebensweise und der Verfassung der westlichen Welt nicht vereinbar. Der politische Islamismus ist brandgefährlich, ob seine Anhänger Gewalt anwenden oder sich auf den „langen Marsch durch die Institutionen“ begeben. Aus diesem Grund können sich zwar Muslime, aber nicht Islamisten auf die Religionsfreiheit berufen. Jedem, der lieber in einem Kalifat lebt, steht es frei, sich in einem solchen anzusiedeln. Hier hat er nichts verloren, ob er nun österreichischer Staatsbürger ist oder nicht.

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Ein Gedanke zu „Wer den „totalen Islam“ will, hat in Österreich nichts verloren

  1. Bernd Hafner

    In der „Enzyklopädie des Islam“ ist der berühmte Brief Voltaires an Friedrich II. vom Dezember 1740 abgedruckt:
    „Ich gebe zu, dass wir ihn hochachten müssten, wenn er, als legitimer Herrscher geboren oder mit Zustimmung der Seinen an die Macht gelangt, Gesetze des Friedens erlassen hätte. Doch dass ein Kamelhändler in seinem Nest Aufruhr entfacht, dass er mit ein paar Koreischititen seine Brüder glauben machen will, dass er sich mit dem Erzengel Gabriel unterhielte; dass er sich damit brüstet, in den Himmel entrückt worden zu sein und dort einen Teil jenes unverdaulichen Buches empfangen zu haben, das bei jeder Seite den gesunden Menschenverstand erbeben lässt, dass er, um diesem Werke Respekt zu verschaffen, sein Vaterland mit Feuer und Eisen überzieht, dass er Väter erwürgt, Töchter fortschleift, dass er den Geschlagenen die freie Wahl zwischen Tod und seinem Glauben lässt: Das ist nun mit Sicherheit etwas, das kein Mensch entschuldigen kann, es sei denn, er ist als Türke in die Welt gekommen, es sei denn, der Aberglaube hat in ihm jedes natürliche Licht erstickt.“

    Voltaire schätzt aber auch an anderer Stelle den Islam und rühmt seine Toleranz. Grund dafür war wahrscheinlich die Gegenüberstellung zum Christentum, das er wegen seiner Intoleranz verachtete.

    Das aber im 21.Jahrhundert noch über jemand diskutiert wird, der angibt, von einem Erzengel göttliche Botschaften empfangen zu haben und dann mit Feuer und Schwert eine angebliche Friedensreligion verbreitet, ist an Lächerlichkeit schwer zu überbieten.
    Gleiches gilt auch der anderen Seite für jemand, der behauptet hat, Sohn Gottes zu sein.

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