Können die Coronarestriktionen überhaupt noch durchgesetzt werden?

Junge Leute wissen über das Risiko einer Infektion Bescheid. Sie nehmen es aber bewusst in Kauf, weil sie die Auflagen für unverhältnismäßig halten.

Politisch betrachtet ist nicht alles gleich schlecht, was die Seuche anrichtet. Sie trägt zum Beispiel zur Entlastung der Regierenden bei, weil sie heftig umstrittene Themen, etwa die Massenmigration und ihre Folgen, der öffentlichen Aufmerksamkeit entzieht. Unter dem Druck der Seuche wurden Regulierungen, Belastungen und Umverteilungen aller Art möglich, deren Durchsetzung unter anderen Umständen undenkbar gewesen wäre. Das in Brüssel geschnürte Coronahilfspaket beschleunigt die weitere Umwandlung der EU in eine Schuldenunion, ohne dass die Bürger je gefragt wurden.

Weniger Freiheit hat es seit dem Ende der Besatzungszeit nicht mehr gegeben. Aus Angst legen erwachsene Menschen in hoch entwickelten demokratischen Rechtsstaaten eine erstaunliche Gefügigkeit an den Tag. Weder Franco noch Pinochet hätten es geschafft, sie in ihren Wohnungen festzuhalten und daran zu hindern, Verwandte und Freunde zu sehen, sich um Angehörige in Pflegeheimen zu kümmern oder sich in Würde von Verstorbenen zu verabschieden.

Frei nach Friedrich Torberg kann es im Tagesgeschäft schon vorkommen, dass einem Politiker ein wahres Wort entschlüpft. So ging es dem nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister, Karl-Josef Laumann (CDU), bei einer Talkshow des ZDF. „Wenn wir Mitte März das gewusst hätten, was wir jetzt wissen, hätten wir nicht so einen Lockdown gemacht“, gestand Laumann der sichtlich verblüfften Maybrit Illner.

Es ist fraglich, ob unverhältnismäßige Maßnahmen überhaupt noch durchgesetzt werden können. Junge Leute, sagt der deutsche Virologe Alexander S. Kekulé, gingen das Risiko einer Infektion bewusst ein, weil „sie einfach die Nase voll haben von der Maske und diesem ganzen Corona-Gedöns“. Der Staat sei immer weniger in der Lage, sie davon abzuhalten.

Am Wochenende haben die Zwischenfälle am Rande der friedlichen Massendemonstration gegen die Corona-Auflagen in Berlin gezeigt, wohin es führt, wenn Regierungen den Dialog verweigern, den Protesten jegliche Legitimität absprechen und sie pauschal ins rechte Eck abschieben. Im Untergrund blühen radikale Subkulturen auf, in denen sich die Verschwörungstheoretiker mit den rechtsextremen Brandstiftern verbünden. Sollte nicht gerade das vermieden werden?

https://www.diepresse.com/5861082/konnen-die-coronarestriktionen-auch-weiter-durchgesetzt-werden

 

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