Erste Welle, zweite Welle, Dauerwelle? Coronomics in der Krise

Wir wissen viel zu wenig über die Covid-19-Pandemie, um ihre Folgen ohne Dezentralisierung, Subsidiarität und Selbstverantwortung bewältigen zu können.

Jede Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung muss sich auf eine Einschätzung der epidemischen Dynamik stützen. Kommt eine zweite Welle? Oder ist sie schon da? Der deutsche Virologe Hendrik Streeck riet den Lesern der „FAZ“ (3. 8.), sich auf eine „Dauerwelle“ einzustellen.

Coronomics ist Economics unter den Bedingungen äußerster Ungewissheit. Im Verlauf der Epidemie ändern Unternehmer und Ökonomen ihre Forderungen an die Politik fast so oft wie die Virologen. Während sie anfangs auf den immensen Schaden durch den Lockdown hinwiesen, warnen sie jetzt vor den negativen Folgen einer zu raschen Liberalisierung. Der Fed-Notenbanker Neel Kashkari schlägt für die USA einen „wirklich harten“ Lockdown von vier bis sechs Wochen vor, um das Virus unter Kontrolle zu bringen. Erst dann könne eine echte wirtschaftliche Erholung gelingen. Ökonomie-Nobelpreisträger Paul Romer glaubt, dass nur noch flächendeckende Tests helfen, bloßes Contact Tracing nütze nichts. Wer nicht mitmachen wolle, müsse sanktioniert werden, sagte Romer der „NZZ“ (2. 8.).

Einmal mehr Staat, einmal weniger. Offenbar befinden wir uns auf einem Weg, an dessen traurigem Ende eine toxische Kombination aus Kapitalismus ohne Markt und Sozialismus ohne Plan stehen dürfte.

Die politischen Reaktionen auf die Berliner Großdemonstration gegen die Maskenpflicht sind übrigens bemerkenswert. Sie suggerieren nämlich, dass sich die Infektionsgefahr bei Massenkundgebungen danach richtet, wofür oder wogegen gerade demonstriert wird: Sie ist immer enorm hoch, wenn es gegen die Regierung geht, und sie tendiert gegen null, wenn es gegen „die Rechten“ geht. Wer hätte das gedacht.

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