Plötzlich sorgen sich auch Linke um die Meinungsfreiheit

Die revolutionäre „Löschkultur“ stellt die Fundamente unserer Zivilisation infrage. Dagegen setzen sich zum ersten Mal auch linke Intellektuelle zur Wehr.

Konservative Kritik an der stetigen Verengung des Meinungskorridors wird gewöhnlich als lächerlich abgetan. Allein, dass sie geäußert werde, lautet der grenzwertige Einwand, beweise ja, dass Meinungsfreiheit herrsche. Zum ersten Mal kommt nun aber die gleiche Kritik von links. Getreu berichteten fast alle Zeitungen über den offenen Brief von mehr als 150 amerikanischen und europäischen Intellektuellen, die eine „Atmosphäre der Zensur“ und der „Intoleranz gegenüber Andersdenkenden“ beklagen.

Zwar fehlt in dem Brief nicht die obligatorische Verdammung Donald Trumps und der „Kräfte des Illiberalismus“, dann aber geht es zur Sache: „Während wir dies von der radikalen Rechten nicht anders erwarten, breitet sich auch in unserer Kultur zunehmend eine Atmosphäre der Zensur aus: Intoleranz gegenüber Andersdenkenden, öffentliche Anprangerung und Ausgrenzung sowie die Tendenz, komplexe politische Fragen in moralische Gewissheiten zu überführen.“

Spannender als der Inhalt ist die Liste der Unterzeichner. Auf der finden sich zwar auch einige Konservative, aber die meisten Intellektuellen, unter ihnen Margaret Atwood, Ian Buruma und Michael Ignatieff, repräsentieren den globalen „liberalen“ Mainstream. Was bringt sie plötzlich dazu, die Biedermeierlichkeit ihres eigenen Milieus anzuprangern?

Wie konnte es geschehen, dass sich David Frum, einst Ghostwriter für George W. Bush, und der radikal Linke Noam Chomsky gemeinsam an die Öffentlichkeit wenden? Die Antwort gab Geheimrat Goethe im Zauberlehrling: „Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.“

Auf den Hochschulen bekommen jetzt nicht nur die wenigen konservativen, sondern auch etliche linksliberale Professoren den Furor der „Quackademics“ und der linksextremen Banden zu spüren. Es geht nicht nur um ein paar Denkmäler, die westliche Zivilisation als solche ist die Zielscheibe einer barbarischen „Löschkultur“.

https://www.diepresse.com/5839460/plotzlich-sorgen-sich-auch-linke-um-die-meinungsfreiheit

2 Gedanken zu „Plötzlich sorgen sich auch Linke um die Meinungsfreiheit

  1. Bernd Hafner

    Ich unterstelle einmal,dass viele linke“Intellektuelle“ sinnerfassend lesen können und einige auch schon andere Meinungen akzeptieren.Den Rest erinnere ich an einen Ausspruch,der Voltaire zugeschrieben wird:“ Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.“
    Diejenigen,die sich dieser Einsicht entziehen,könnten argumentieren,dass sie keine Genies,sondern eben nur“ Intellektuelle“ sind.
    Man könnte aber 250 Jahre später die Einsicht des Aufklärergenies akzeptieren.

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