Schweden hat viel falsch gemacht, aber manches auch besser

Es war ein Fehler, viele Tote in Kauf zu nehmen, um die Bevölkerung gegen das Coronavirus zu immunisieren. Richtig war es, den Bürgern zu vertrauen.

Es geht nicht gut aus, wenn man ganze Länder über Monate in ein künstliches Wachkoma versetzt. Die Alternative zu generellen Ausgeh- und Versammlungsverboten und zur Schließung von Geschäften, Gaststätten und Betrieben sind Maßnahmen, die den unterschiedlichen lokalen und regionalen Bedingungen entsprechen. Taiwan und andere asiatische Länder haben gezeigt, wie sich ein Lockdown vermeiden lässt: mit breitflächigen Tests, mit der Isolierung der Infizierten und ihrer Kontaktpersonen, mit digitalem Contact Tracing, mit der Gewöhnung, Gesichts- und Nasenschutzmasken anzulegen, wo dies nötig ist. Solche Maßnahmen würgen das gesellschaftliche Leben nicht ab. Im Gegenteil, sie erlauben es der großen Mehrheit der Bevölkerung, ihrer Arbeit nachzugehen, ohne angesteckt zu werden.

Im Bestreben, möglichst rasch die Herdenimmunität herzustellen, hat Schweden den Tod vieler Menschen in Kauf genommen. Das war strategisch falsch und lässt sich moralisch nicht rechtfertigen. Daraus ergibt sich aber keineswegs, dass es zum Lockdown keine Alternative gibt. Mit dem Virus werden wir noch lange leben müssen. Die verantwortliche Selbstbestimmung dürfen wir uns von ihm nicht nehmen lassen.

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