In der Covid-Phase 2 gilt erst recht: Weniger Staat, mehr privat!

Statt den wirtschaftlichen Stillstand zu subventionieren, sollte man die Unternehmen in Sicherheitsfragen beraten und endlich mehr Subsidiarität wagen.

Im Nachhinein ist man oft schlauer, aber nicht immer. Den Klimasekten-Slogan „Unite Behind the Science“ wird es wohl weiterhin geben. Aber mit der Science ist das so eine Sache. Da gibt es Wissenschaftler, die Covid-19 für etwa so gefährlich halten wie einen Fußpilz; andere prognostizieren mehr Seuchentote als bei Cholera und Beulenpest. Einige Experten halten Masken für überflüssig, andere für unverzichtbar, und dann gab es welche, die sagten einmal so und dann das Gegenteil. Die einen empfehlen, viel an die frische Luft zu gehen, die anderen rufen dazu auf, die eigenen vier Wände nur zu verlassen, wenn es gar nicht anders geht. Wer das schwedische Modell in Betracht zieht, wird von den einen an den Pranger gestellt, wer auf die hohe Zahl an Todesopfern verweist, gilt den anderen als Panikmacher. Die Kontroversen, mit denen Virologen und Epidemiologen in diesen Wochen aufwarteten, hatten es in sich. Karl Popper war ein kluger Mann. Empirisch-wissenschaftlich, sagte er, gibt es keine absolute Wahrheit.

Die Geschichte der Pandemie ist hier wie überall in der EU die Geschichte eines eklatanten Staatsversagens. Es gab weder Schutzkleidung noch Tests noch Krisenpläne. Statt sich an Taiwan oder Hongkong zu orientieren, wo die Seuche ohne Lockdown rasch und effektiv bekämpft wurde, imitierten die in Panik geratenen Regierungen das totalitäre rotchinesische Modell. Da sie auf die Seuche nicht gefasst waren, hatten sie zunächst auch keine andere Wahl.

Mittlerweile sieht man, dass sich das Virus nicht einfach so lang verbreitet, bis Herdenimmunität gegeben ist. Isaac Ben-Israel von der Universität Tel Aviv hat gezeigt, dass das exponentielle Wachstum den Höhepunkt am Ende der vierten Woche erreicht. Danach geht die Zahl der Infektionen zurück, und zwar unabhängig von den ergriffenen Maßnahmen. Insgesamt dauert so eine Welle rund 70 Tage.

Um die Zahl der Opfer gering zu halten, gibt es bewährte Mittel. An erster Stelle steht die Isolierung der Infizierten und ihrer Kontaktpersonen, dann die strikte Überwachung der Grenzen. Die Schließung der Schulen gehört dazu und die Maskenpflicht, die schon während der Spanischen Grippe erprobt wurde. Am wichtigsten aber ist die Aufklärung der Bevölkerung. Wer weiß, wie hoch das Risiko ist, hält von selbst Abstand und muss nicht erst von der Polizei dazu gezwungen werden. Freie Bürger werden sich künftig ganz sicher nicht mit einem Leben „am Rande des demokratischen Modells“ abfinden, wie es eine Kanzlerberaterin gern hätte.

In unserem Unternehmen befolgten wir schon vor den staatlichen Regelungen sinnvolle Schutzmaßnahmen“, erzählt eine deutsche Unternehmerin. Sie schlägt vor, in die Beratung der Unternehmen bei der Einführung eines Sicherheitskonzepts zu investieren, statt den wirtschaftlichen Stillstand zu subventionieren. Spätestens jetzt, in der Phase 2, sollten die lokalen Körperschaften gemeinsam mit den Bürgern entscheiden, welche Maßnahmen nach den jeweiligen Bedingungen zur Bekämpfung der Seuche nötig sind.

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