Misstraut den Politikern und hört nicht auf die Intellektuellen

In der Krise fehlt es an vielem, nur nicht an Entwürfen für eine neue Welt. Besser ist es, auf den Hausverstand zu vertrauen und die Ärmel aufzukrempeln.

Nach der klassischen Studie des Wirtschaftshistorikers Carlo M. Cipolla („The Basic Laws of Human Stupidity“, Neuauflage 2019 mit einem Vorwort von Nassim N. Taleb) ist der Faktor Dummheit eine von Intelligenz, sozialer Stellung oder kultureller Zugehörigkeit unabhängige Konstante.

Anders gesagt: Dummheit ist in einem Club von Nobelpreisträgern nicht kleiner als in einem Sparverein. Oder im Kreis der Umweltminister der EU. Sie wollen eine Brücke bauen „zwischen dem Kampf gegen Covid-19, dem Verlust an Biodiversität und dem Klimawandel“. Man müsse am „Green Deal“ festhalten und der Versuchung widerstehen, „kurzfristige Lösungen als Antwort auf die gegenwärtige Krise“ zu geben, weil sie die „EU auf Jahrzehnte in einer Ökonomie der fossilen Brennstoffe“ blockieren würden. Dieser Aufruf wurde natürlich auch von der österreichischen Umweltministerin, Leonore Gewessler, unterschrieben. Gesundheitsminister Anschober drohte indes, „die Klimakrise mit einer ähnlichen politischen Konsequenz angehen“ zu wollen wie den Corona-Notstand. Könnte es sein, dass die Regierenden die Gleichmut, mit der die meisten Bürger die gesundheitspolitisch argumentierten Beschränkungen hinnehmen, als Freibrief für den dauerhaften Entzug von fundamentalen Freiheiten missverstehen? Tatsächlich braucht die Realwirtschaft gerade jetzt maximale Freiheit und nicht weitere soziale oder ökologische Lasten. Ohne profitorientierte Unternehmen wird es weder eine Therapie und einen Impfstoff gegen Covid-19 noch eine wirtschaftliche Erholung geben. Kapitalismus und Globalisierung haben Milliarden Menschen aus der Armut befreit. Sie werden auch die Wirtschaft in Schwung bringen, wenn man sie lässt. Wenn man sie nicht lässt, gehen irgendwann die Lichter aus.

Leider mehren sich die Anzeichen für eine schleichende Einführung sozialistischer Steuerung. Es ist von noch mehr staatlichen Zuwendungen, noch mehr Schulden, noch mehr aus dem Nichts geschöpftem Geld die Rede. Solche Maßnahmen beheben temporäre Engpässe aber nur um den Preis von noch größeren Problemen. Die Monetarisierung von Krisen ist brandgefährlich. Schon 2019 betrug die weltweite Verschuldung 250 Billionen (!) Dollar. Was uns droht, wenn die Blase platzen und die globale Wirtschaft kollabieren sollte, wäre bei Weitem schlimmer als das Unheil einer Seuche.

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