Es ist leicht, Kriege zu beginnen, aber sehr schwer, sie zu beenden

 

Gezielte Desinformation, falsche Bedrohungsszenarien und illusorische Ziele wie „Demokratisierung“, „Friedenssicherung“ und „Nation Building“ kennzeichnen die amerikanische Außenpolitik bis heute. Ihre Glaubwürdigkeit als Verbündete haben die USA nicht erst in Syrien aufs Spiel gesetzt, auch nicht im Irak, den sie als Trümmerhaufen zurückließen, sondern schon durch ihre Abenteuer in Beirut (1983), in Somalia (1993) und in Libyen (2011), die alle im Chaos endeten. Wer Trump vorwirft, die Kurden im Stich gelassen und das Prestige der USA gefährdet zu haben, sollte sich fragen, ob weniger als 1000 US-Soldaten in der Lage gewesen wären, Erdoğan an der Besetzung der Grenzregion zu hindern, den Einfluss Irans und Russlands zurückzudrängen und vielleicht noch einen kurdischen Nationalstaat aus der Taufe zu heben. Was, wenn bei einem Zusammenstoß mit türkischen Truppen amerikanische Soldaten getötet worden wären? Die Verkennung der türkischen Ziele und die Verklärung der mit der terroristischen PKK verbundenen kurdischen Milizen erschweren den Blick auf die realen Verhältnisse. Nicht Amerika und die Kurden haben in Syrien gewonnen, sondern das Assad-Regime, Russland und Iran. Seit dem Zweiten Weltkrieg sind 90.000 amerikanische Soldaten gefallen, in Korea, in Vietnam, in Afghanistan, im Irak und in weiteren Konflikten. Wirklich gesiegt haben die USA nur in ihrem ersten Golfkrieg.

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