Archiv für den Monat November 2019

Zeigt die Raucher an, ächtet sie, sperrt sie alle weg!

Wer gehofft hatte, am 1. November würde der Krieg gegen die Raucher endlich aufhören, hat sich getäuscht. Unsere Retter kämpfen bis zum letzten Zug.

Das allgemeine Rauchverbot in Gaststätten war nur ein Teilziel. Jetzt sind die Bahnsteige dran. Bald wird Rauchen wohl auch in privaten Bereichen wie Autos und Wohnungen untersagt werden. Damit endlich Ruhe ist, sollte man – ohne Rücksicht auf fiskalische Begehrlichkeiten – den Verkauf, den Besitz und den Konsum von Tabakwaren am besten gleich ganz unter Strafe stellen. Wie wäre es zum Beispiel mit zwei Jahren Haft für den illegalen Import einer Stange Marlboro?

Das würde die Nikotinsucht zwar ebenso wenig aus der Welt schaffen wie die Prohibition den Alkoholismus und der „War on Drugs“ die Suchtgiftabhängigkeit beseitigen konnten. Aber das wäre immerhin ehrlich, und der seit Jahrzehnten mit zunehmender Erbitterung geführte Krieg gegen die Raucher würde endlich aufhören. Die Anti-Nikotin-Kreuzzügler, die schon auszucken, wenn sie hundert Meter weiter einen an einer Zigarette ziehen sehen, könnten sich dann ganz auf ihre neuen Gegner konzentrieren. Etwa – wegen des hohen CO2-Fußabdrucks – auf Autofahrer, auf kinderreiche Familien sowie auf Hunde- und Katzenhalter. Zeigt sie an, straft sie, sperrt sie weg. Solche Parolen kommen immer gut an. Es ist ja ein höllisches Vergnügen, aus gutem Gewissen und mit den besten Gründen gegen andere hetzen zu dürfen.
Keiner muss mir erklären, dass Rauchen der Gesundheit schadet und wie schwer es ist, damit aufzuhören. Nach langer Nikotinabhängigkeit (bis zu 50 Zigaretten pro Tag) habe ich vor mehr als 20 Jahren zum letzten Mal geraucht. Auch mich stört Tabakqualm, wenn auch weniger als freche Flatulenz, Knoblauch- und Alkoholfahnen in der Straßenbahn, motorisiertes Kinderspielzeug für Regredierte und die Flutung öffentlicher Räume mit hirnschädigender Gebrauchsmusik. Ich bezweifle gar nicht, dass uns die Abgeordneten mit den allerbesten Absichten die Nikotinsucht austreiben wollen. Selbstverständlich tun sie das, ohne sich von der Pharmaindustrie beeinflussen zu lassen, die mit Ersatz- und Entwöhnungsprodukten gewaltige Profite lukriert.

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Die Wiedergeburt des Sozialismus – 30 Jahre nach dem Mauerfall

Als Staat ist die DDR untergegangen, aber ihr Erbe lebt.  Nach dem braunen und dem roten erlebt Deutschland heute einen grünen Sozialismus

30 Jahre nach dem Mauerfall sieht Egon Krenz die Dinge verblüffend ähnlich wie das politische und mediale Establishment. Wie die Sozialdemokraten, die Grünen und Merkels Christdemokraten glaubt auch Krenz, dass heute der „gemeinsame Kampf“ gegen den „aufkeimenden Faschismus“ auf der Tagesordnung stehe: „Nicht das Erbe der DDR ist für Deutschland eine Gefahr, aber Nazis und Neonazis sind es“.  So sieht das auch „Der Spiegel“, der für Thüringen eine „Volksfront“ gegen „rechts“ fordert. Wenn es gegen „rechts“ geht, darf ausnahmsweise sogar vom „Volk“ gesprochen werden.

„Auferstanden aus Ruinen“: Mit der ersten Zeile der „Nationalhymne“ der DDR überschrieb Hubertus Knabe seinen Beitrag in der „Welt am Sonntag“ (3.11.) über den Verlust der Erinnerung und die „stille Renaissance“ der Ideologie und Politik der SED. Sozialismus gelte wieder als „positive Utopie“, der Schutz privaten Eigentums werde in Frage gestellt: „Eine kleine Kaste von Politikern und Lobbyisten meint schließlich, sie dürfte und müsste den Bürgern vorschreiben, wie sie zu leben hätten. Die Bundesrepublik ist keine DDR 2.0, aber manches erinnert auf verblüffende Weise an die sozialistische Vergangenheit“ – von der Energie- und Klimapolitik über die „Selbstermächtigung radikaler Minderheiten“ bis hin zu Mietpreisregulierungen und Enteignungen. Nach dem braunen und dem roten erlebt Deutschland heute einen grünen Sozialismus.

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Es ist leicht, Kriege zu beginnen, aber sehr schwer, sie zu beenden

 

Gezielte Desinformation, falsche Bedrohungsszenarien und illusorische Ziele wie „Demokratisierung“, „Friedenssicherung“ und „Nation Building“ kennzeichnen die amerikanische Außenpolitik bis heute. Ihre Glaubwürdigkeit als Verbündete haben die USA nicht erst in Syrien aufs Spiel gesetzt, auch nicht im Irak, den sie als Trümmerhaufen zurückließen, sondern schon durch ihre Abenteuer in Beirut (1983), in Somalia (1993) und in Libyen (2011), die alle im Chaos endeten. Wer Trump vorwirft, die Kurden im Stich gelassen und das Prestige der USA gefährdet zu haben, sollte sich fragen, ob weniger als 1000 US-Soldaten in der Lage gewesen wären, Erdoğan an der Besetzung der Grenzregion zu hindern, den Einfluss Irans und Russlands zurückzudrängen und vielleicht noch einen kurdischen Nationalstaat aus der Taufe zu heben. Was, wenn bei einem Zusammenstoß mit türkischen Truppen amerikanische Soldaten getötet worden wären? Die Verkennung der türkischen Ziele und die Verklärung der mit der terroristischen PKK verbundenen kurdischen Milizen erschweren den Blick auf die realen Verhältnisse. Nicht Amerika und die Kurden haben in Syrien gewonnen, sondern das Assad-Regime, Russland und Iran. Seit dem Zweiten Weltkrieg sind 90.000 amerikanische Soldaten gefallen, in Korea, in Vietnam, in Afghanistan, im Irak und in weiteren Konflikten. Wirklich gesiegt haben die USA nur in ihrem ersten Golfkrieg.

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