Wer Menschen wirklich retten will, muss die Häfen sperren

Die meisten afrikanischen Migranten sind junge Männer. Sie haben genügend Geld, um den Schleppern Tausende Euro für die Fahrt nach Europa zahlen zu können.

Einer 2018 veröffentlichten Gallup-Umfrage zufolge wollen 347 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika, der Region mit dem weltweit größten Bildungs- und Entwicklungsrückstand, ihre Heimat verlassen. In Nordafrika und im Nahen Osten wollen das 166 Millionen. Auch wenn sich nur ein Bruchteil dieser halben Milliarde Menschen tatsächlich nach Europa aufmachen sollte, baut sich ein gewaltiger Migrationsdruck auf. Er geht weder von den Armen noch von den Verfolgten aus.Nur wenige Zuwanderer aus Afrika sind Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konvention, und die Armutsmigration nach Europa ist ein Mythos.

Vor diesem Hintergrund lässt sich der Irrsinn der jüngsten Vorschläge ermessen, die Schlepperhilfe der NGOs durch eine EU-Seenotrettung zu ergänzen und alle Geretteten nach Europa zu bringen, um sie dort zu verteilen. Auch dazu ein paar Zahlen, die dazu beitragen könnten, die Selbstgewissheit der Hypermoralisten zu erschüttern. Als Italien im Oktober 2013 nach zwei schweren Schiffskatastrophen die Seerettungsaktion „Mare nostrum“ startete, schnellte die Zahl der Migranten sofort von knapp 43.000 auf 170.000. In nur einem Jahr brachte „Mare nostrum“ rund 150.000 Schiffbrüchige nach Italien.

Der Höhepunkt der Schlepperei wurde nach der Öffnung der deutschen Grenzen im Herbst 2015 erreicht, damals registrierte Italien 222.800 Ankünfte. Indes kamen immer mehr Migranten bei der Überfahrt ums Leben. 2014 ertranken 991 im Zentralabschnitt des Mittelmeers, 2015 waren es 2057, 2016 sogar 2501. Dann änderten sich die Prioritäten. Die Eindämmung der Migration trat an die erste Stelle vor der Seenotrettung. Sogleich verringerten sich die Ankünfte und die Todesfälle. 2018 kamen noch 18.808 Personen über den Seeweg nach Italien und 1083 ertranken.

Heuer registrierte Italien vom 1. Jänner bis zum 9. Juli 1083 Migranten und 426 Todesfälle. Matteo Salvini orientiert sich an Australien. Dort gelang es der „Operation souveräne Grenzen“ binnen eines Jahres, die Migration zur Gänze zu stoppen.

Wenn die EU dem Beispiel konsequent folgt, könnte auch die Todesroute im Mittelmeer in wenigen Monaten geschlossen werden. Das würde allerdings einen Mentalitätswechsel von der Gesinnungs- zur Verantwortungsethik voraussetzen, der sich nicht abzeichnet.

Weiter: https://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/karlpeterschwarz/5657579/Wer-Menschen-wirklich-retten-will-muss-die-Haefen-sperren

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s