Multilateralismus: Warum Trump recht hat und Merkel nicht « DiePresse.com

Die „liberale Hegemonie“ hatte verheerende Folgen. Sie verstrickte die USA in eine Vielzahl von aussichtslosen, dauerhaften und äußerst kostspieligen Konflikten in Ländern wie Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien, von denen keine Bedrohung ihrer Sicherheit ausgeht. Zudem verführte sie ihre Verbündeten, unter ihnen die Nato-Staaten, im Vertrauen auf die Garantien der Supermacht ihre eigene Verteidigung zu vernachlässigen.

„Unsere Außenpolitik ist ein vollständiges und totales Desaster“, sagte Donald Trump im Wahlkampf. Der Harvard-Politologe Stephen M. Walt stimmt ihm zu. In einer brillanten Analyse („The Hell of Good Intentions“, 2018) erklärt Walt, warum die „liberale Hegemonie“ bei den außen- und sicherheitspolitischen Eliten so populär ist: Sie stärkt ihr Selbstwertgefühl, ihren Einfluss und ihren Status, und sie garantiert ihre Jobs. Kein Wunder, dass sie Trump etwa so innig lieben wie die Vampire den Knoblauch.

Staaten haben bekanntlich keine Freunde, sondern nur Interessen, deshalb braucht man Realpolitik, nicht wolkige Beschwörungen des „Multilateralismus“. Angela Merkel stimmte in München das Hohelied der multinationalen Zusammenarbeit an, als hätte es ihre Alleingänge in der Energie- und Migrationspolitik nie gegeben. Und wie passt ihr „Multilateralismus“ zum Projekt Nord Stream 2, an dem Deutschland trotz der damit verbundenen Risken für die Sicherheit der Ukraine und ungeachtet der wachsenden Kritik in der EU festhält?
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